Ein friedliches Fest guter Nachbarn
von Beatrice Maaß
Quickborn - Sie stammen aus Nigeria,
Kolumbien, Irland und Vietnam und haben eines gemeinsam: Sie sind Quickborner
Bürger. Einmal im Jahr treffen sich die ausländischen Mitbürger
der Eulenstadt zu einem großen Fest rund um die katholische Kirche
am Kurzen Kamp und laden dazu alle Quickborner sämtlicher Konfessionen
ein.
Diese folgten am Sonnabend wieder zu hunderten
der Einladung, so auch Bürgermeister Günter Thonfeld und seine
Frau Ursula. Für alle war der Verwaltungschef schon von weitem in
der Menge auszumachen, denn er hatte sich zwei gasgefüllte Lutballons
an den Arm gebunden.
Eingeleitet wurde das Treffen mit einem
Gottesdienst. Als anschließend die Kirchenglocken den Beginn der
Feier verkündeten, warteten schon zahlreiche Gäste vor den Schlemmerständen,
und bald darauf prosteten sich Freunde, Nachbarn aber auch sich bisher
Unbekannte in fröhlichen Runden zu.
Viele ausländische Mitbürger
waren in Trachten ihrer Heimat erschienen, und sie brutzelten, kochten,
buken und frittierten kulinarische Köstlichkeiten aus aller Herren
Länder. Die Frühlingsrollen am Stand der Philippinos waren schnell
ausverkauft, und am deutschen Bierstand floss der Gerstensaft in Strömen.
Kinder verschiedener Hautfarbe turnten auf dem Spielplatz herum, und aus
allen Ecke erklang laut Musik. Die afrikanischen Rhythmen der Trommler
aus Ghana versammelte ein begeisterte Schar um sich, und am Stand der Kroaten
wurde über Stunden lauthals gesungen. Wer den Text nicht kannte, summte
mit und ließ es sich bei einem Gläschen Prosecco gut gehen.
Ob Bananen, Fisch oder Gemüse in
Teigtaschen, polnische Kartoffelpuffer, italienische Pasta oder Mais-Käse-Törtchen
aus Kolumbien - das Angebot an Leckereien aus aller Welt war so vielfältig
wie köstlich. Dazu gab es Guinness, Reiswein oder einen „herben Roten“
aus Frankreich.
Selbst kurze Regengüssen konnten
die Feierstimmung nicht trüben. Einige zogen sich während der
Schauer in die Cafeteria im Gemeindehaus zurück, andere verweilten
unverdrossen unter Regenschirmen auf dem Platz vor der Kirche. Das vielfältige
Angebot an alkoholischen Getränken förderte den Frohsinn. Beschwingt
aber überaus friedfertig wurde gefeiert.
Um 22 Uhr verkündeten schließlich
die Kirchenglocken das Ende des Fests. Viele Deutsche hatten bis dahin
Kontakte zu Menschen aus weit entfernten Ländern dieser Welt geschlossen.
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(aus: Quickborner Tageblatt, Seite 3, 30.09.2002)