St. Marien Quickborn

St. Marien Quickborn - Kurzer Kamp 2 - 25451 Quickborn - Tel.: 04106 / 2422 - E-Mail - Öffnungszeiten
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Rundfunkansprachen

    Humor - 21.02.2001
     
    Die Schüler staunten nicht schlecht über das wundersame Ereignis der Hochzeit zu Kanaa. Fast 600 Liter Wasser verwandelte Jesus für die vielen feiernden Hochzeitsgäste in Wein. Da nun die Lehrerin meint, die Schulklasse hätte den Sinn des Auftretens Jesu verstanden, fragt sie die Mädchen und Jungen, was die Leute über Jesus wohl gedacht hätten. Ein pfiffiger Junge hebt den Finger und sagt mit aller Selbstverständlichkeit: „Die haben gewiss gesagt: Den laden wir das nächste Mal wieder ein.“
     
    Wir lachen! Aber kennen wir Jesus als Humorist, gar als Witzbold? Für die Frommen Leute früher undenkbar. Er habe wohl geweint, meinten sie, aber nie gelacht. Schließlich sei Gelächter unvereinbar mit einem Leben in Buße. Ihre Vermutung: Jesus sei als Mensch zwar des Lachens fähig gewesen, aber er habe freiwillig darauf verzichtet.
     
    Und in der Tat: die Bibel erzählt nirgendwo davon, dass Jesus gelacht habe. Trotzdem war seine Rede nicht ohne Witz. Wenn viele seine Nähe suchten, dann auch, weil seine Worte belustigend waren. So sagt Jesus zum Beispiel: "Wer Ohren hat, der höre." (Mk 4,9) - als ob es eine Kategorie von Menschen ohne Ohren gäbe. Gewiss gibt es Taube, aber eine Gruppe von Ohrenlosen gibt es nicht. Die Leute werden geschmunzelt und den Sinn erkannt haben: Benutze deine Ohren nicht bloß, um zu hören, sondern um richtig zu hören. Richtig hören, aber heißt verstehen, und richtig verstehen heißt beherzigen.
     
    Nein, Jesus reißt keine Witze, aber in seiner Predigt steckt Witz. Und Witz macht andere nicht lächerlich, sondern will auf tiefgründige, heitere Art nachdenklich machen.
     
    Wenn die hl. Theresia von Avila sagt: "Der liebe Gott bewahre mich vor Heiligen mit finsterer Miene“, dann gilt es auch heute. Entsprechend witzig reagierte ein Pfarrer auf das Dilemma, dass sein Parkplatz vor der Kirche sonntags morgens regelmäßig besetzt war. Er brachte ein Schild an. Darauf stand: „Wer hier parkt, muss predigen.“ Seitdem bleibt der Parkplatz frei.
     
    Einen gesegneten Abend wünscht Ihnen Pfarrer Wolfgang Guttmann aus Quickborn!