Pfarrbrief Juli / August 2007
Der Online-Pfarrbrief ist in folgende Rubriken untergliedert:
- Vorwort
- Nachrichten aus dem Leben der Pfarrgemeinde
Aktuelles und Speciales:
- Buchneuerscheinung von Pfr. Guttmann - "Kraft des Ursprungs"
- Pfarrbrief-Archiv (ab 2003)
- PGR-Protokolle lesen
- Hilfe für Sri Lanka
- Wunschliste
- Galerie der Erinnerungen
- St. Marien Logo
1. VORWORT
Liebe Mitglieder unserer Gemeinde!
Ferien! Urlaub! Selbst wer daheim bleibt, freut sich auf Tage der Entspannung. Manche nehmen da schon mal die Bibel zur Hand. Passende
Worte sind da zu finden. Jesus sagt seinen erschöpften Mitarbeitern: "Ruht euch ein wenig aus" (Mk 6,31) Solche Worte tun gut,
und man möchte mehr davon haben. Hoffentlich sind Sie nicht enttäuscht, wenn Sie beim weiteren Lesen feststellen, dass Worte
der Entspannung in der Bibel höchst selten sind. Die Bibel spricht weitaus mehr von Arbeit und Pflichterfüllung.
Bereits auf den ersten Seiten des Buches Genesis lesen wir: "Gott, der Herr, nahm den Menschen und setzte ihn in
den Garten von Eden, damit er ihn bebaue und hüte (2,15). Nicht einmal im Paradies ist der Mensch ohne Arbeit. Nach der Zeit
des Paradieses geht es mit der Arbeit erst richtig los: "Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot
essen (Gen 3,19), sagt Gott zu Adam.
Nein, die Bibel ist kein freizeitfreundliches Buch. Nichtstuer kommen schlecht weg: "Geh zur Ameise, du Fauler", heißt es
im Buch der Sprichwörter (6,6), "betrachte ihr Verhalten und werde weise!" Selbst bei Jesus hören wir mahnende
Worte: "Was steht ihr hier den ganzen Tag untätig herum. Geht auch ihr in meinen Weinberg" (Mt 20,6-7). Paulus setzt
noch eins drauf, wenn er fordert: "Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen" (2 Thess 3,10).
Freizeit kennt die Bibel nicht. Bekannte Ausnahme: Gott ruhte am siebten Tag, nachdem er sein ganzes Werk
vollbracht hatte." (Gen 2,2). Selbst Gott wird das menschliche Bedürfnis zugesprochen, von den Anstrengungen auszuruhen.
Dabei wusste der fromme biblische Autor, dass Gott bei seinem Schöpfungswerk eigentlich keinen Finger krumm zu machen brauchte.
"Gott sprach - und es ward", vermittelt uns die Bibel. Heute wissen wir: Gott spricht
noch immer, Gott ist noch immer am Werk. Die gesamte Schöpfung ist noch heute im Werden, bis sie jenen Idealpunkt erreicht, wo alles
untereinander, mit sich selbst und mit Gott in Frieden leben kann (vgl. Jes 11).
Tag für Tag ist jeder einzelne von uns im Werden. Ob wir einmal sagen können, mit dem Prozess des Werdens ans Ende gekommen zu sein?
Offenbar gehört es zum Leben, nie fertig zu werden. Nichts gelingt bis zur Vollendung. Auch so manche während des sommerlichen
Schleswig-Holstein-Musik-Festivals dargebotenen Kompositionen erinnern daran: der 35-jährige Mozart komponierte sein Requiem
auf dem Sterbebett. Er starb, bevor er damit fertig werden konnte. Unvollendet blieb auch die 8. Symphonie von
Schubert und die 9. von Bruckner.
Wer weiß, was wir einmal als "unvollendet" zurücklassen. Dennoch entdecke ich Sinn in der Ermutigung
Jesu: "Ruht euch ein wenig aus" (Mk 6,31). Natürlich: wenn man an die vor einem liegende Arbeit denkt, müsste
man ein schlechtes Gewissen bekommen. Dennoch: wer auf Gottes weiteres Wirken vertraut, der befreit sich vom Druck, alles
selber schaffen zu müssen. Gott hat in seinem Lebensvorrat noch weitaus mehr zu bieten als die kurze Spanne unserer Lebenszeit ...
Ihr Pfarrer Wolfgang Guttmann
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2. NACHRICHTEN AUS DEM LEBEN UNSERER PFARRGEMEINDE
- Zu einem Gemeindeerlebnis der besonderen Art gestaltet sich das Völkerballturnier. Auf dem Rasen neben der Kirche
treten am Sa., 07.07., Gemeindegruppen gegeneinander an und messen sich im fairen sportlichen Turnierwettkampf. Da kommt Heiterkeit
und Stimmung auf, wenn ab 14.00 Uhr Gemeindemitglieder einmal in ganz anderer Pose wahrgenommen werden. Alle sind
zur Teilnahme eingeladen. Weitere Infos bei unserer Gemeindereferentin Elisabeth Schwiderski.
- "Möge die Straße uns zusammenführen" - unter diesem Leitwort begeben sich ab Fr., 13. Juli 42 Gemeindemitglieder und
Interessierte auf eine 14-tägige Studien- und Pilgerreise nach Irland. In der Christentumsgeschichte nimmt die
grüne Insel eine besondere Stellung ein. Außerhalb des römischen Machtbereichs angesiedelt nahmen die Iren bereits im 4./5. Jh.
den christlichen Glauben an. Bald entstand ein dichtes Netz von Klostersiedlungen. Mönche wie der hl. Kilian, erster Bischof von
Würzburg, sind von Irland aus "um Christi willen" aufgebrochen, um auf dem europäischen Festland zu missionieren. Noch heute gibt
es auf der Insel viele Zeugnisse früher christlicher Kultur. Nach ihrer Rückkehr werden die Reisenden viel zu berichten haben.
- Während der Sommerferien gibt es für unsere Kinder und Jugendlichen wunderbare Freizeitangebote. Die 9- bis 14-Jährigen fahren von
So., 15., bis Do., 26.07., ins Zeltlager nach Meinsen bei Hannover. Zusammen mit vielen Gruppenleitern werden Theresa
und Björn Mönkehaus sowie Sabine Pfaudler für eine abwechslungsreiche Gestaltung des Zeltlagers sorgen, während Dr. Christoph Balbach
sich in bewährter Weise um eine leckere Lagerküche kümmern wird; Annette Komsthöft sowie Elisabeth Schwiderski werden ihn dabei
unterstützen. Zu einem Kanu-Abenteuer sind junge Leute ab 14 J. eingeladen. Von Mo., 06., bis Di., 14.08., begleitet unsere
Gemeindereferentin Elisabeth Schwiderski eine Jugendgruppe nach Schweden. Bei beiden Freizeiten kann angefragt werden,
ob noch Teilnahmemöglichkeiten bestehen.
- In der Ferienzeit wird das Pfarrbüro unserer Pfarrsekretärin Frau Link dienstags und donnerstags jeweils vormittags besetzt
sein. Alle zwischenzeitlich auf Band eingehenden Telefonanrufe werden regelmäßig abgehört.
Allen Reisenden wünschen wir erlebnisreiche und erholsame Ferien- und Urlaubstage sowie eine glückliche und
gesunde Heimkehr, ebenso allen Daheimbleibenden viel Entspannung verbunden mit körperlicher und seelischer Ruhe.
Pfarrer Wolfgang Guttmann
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