RICHTFEST am 12. Mai 1999
Quickborn (lo)
"Wenn nicht der HERR das Haus baut, müht sich jeder umsonst." Unter
dieses Wort aus dem 127. Psalm hatte die Katholische Kirchengemeinde Sankt
Marien in Quickborn das Richtfest für die neue Kirche gestellt. Petrus
funkte allerdings mit einem kurzen, aber heftigen Gewitterregen dazwischen,
so dass Pfarrer Wolfgang Guttmann die Zeremonie zunächst noch etwas
hinauszögerte. Als dann aber die Kindergartenkinder“ in den Kirchenraum
unter der Richtkrone einzogen, da strahlte die Sonne schon wieder vom blauen
Himmel herunter.
Pfarrer
Guttmann war in seiner Dankrede voll des Lobes. So habe er beispielsweise
die Bauleute bewundert, wenn sie trotz Regens nicht gleich in ihrer Unterkunft
verschwunden seien, sondern weiter gearbeitet hätten. Und es gab viel
Regen von der Grundsteinlegung bis zum Richtfest.
Seine Anerkennung galt natürlich
auch allen, die für den Bau verantwortlich sind. Guttmann sprach von
einem idealen Team“, das den Bau geplant und ausgeführt hat. Ein
Kirchbau sei schon etwas Außergewöhmliches für alle Beteiligten,
so auch für die Norderstedter Firma Kummerfeld und Boll, die unter
der Bauleitung von Volker Lindner für das Hauptgewerk verantwortlich
zeichnet.
Diplomingenieur Bernhard Breuninger, der
für Planung und Objektüberwachung zuständig ist, zeigte
sich während des Richtfestes von einer ganz anderen Seite: Er begleitete
die Kinder auf der Gitarre. Zimmerpolier Harry Grother blieb es dann vorbehalten,
den Richtspruch zu verlesen, nein, er zelebrierte ihn. Nach altem
Brauch der Zimmermann hier oben fängt zu reden an. Er klettert auf
den Bau hinauf und bittet: Seht zu mir herauf!
Was die zahlreichen Gäste des Richtfestes
zu sehen bekamen, das belustigte sehr: Grother nahm nach jeder der neun
Strophen einen Schluck aus der Pulle, ehe er am Ende das Glas zerspringen
ließ. Die Besucher der Richtfestfeier kamen allerdings auch nicht
zu kurz, die Pfarrgemeindemitglieder hatten reichlich Korn und Bier aufgefahren.
Überhaupt ist Sankt Marien in Quickborn
eine sehr lebendige Gemeinde. Guttmann erinnerte aber auch in Dankbarkeit
an die Gründergemeinde. Schon einmal, zu Beginn der 50er Jahre,
sei an dieser Stelle Richtfest gefeiert worden. Genau an der Stelle, an
der der alte Altar gestanden habe und im Erdreich versenkt worden sei,
werde der neue Alter errichtet. Die neue Kirche werde für die junge
Generation gebaut, und die ganze Pfarrgemeinde stehe dahinter.
Der Neubau der Kirche kostet rund 3,2
Millionen Mark. Er wird mit 2,4 Millionen Mark vom Erzbistum Hamburg und
vom Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken gefördert. Der Differenzbetrag
von 800 000 Mark wird von der Pfarrgemeinde aufgebracht, deren Mitglieder
sich, wie berichtet, immer wieder etwas Neues haben einfallen lassen,
um Geld in die Kirchenkasse zu bringen. Die Initiativen reichen vom Verkauf
nicht mehr benötigten Inventars und Fotos der früheren Kirche
bis hin zu Spendenaktionen.
aus: Pinneberger Zeitung, 17. Mai 1999
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denen man den Kirchbau unterstützen kann!