Wo Wasser und Licht sich treffen
Am 28. Mai ist die feierliche Kirchweihe in Quickborn
Quickborn (aus) - "Keiner darf vorher
in dir neue Kirche" [unmittelbar vor der Einweihungsfeier; Anm. d. Webmaster],
sagt der Quickborner Pfarrer Wolfgang Guttmann bestimmt, "darauf haben
wir extra bei den Einladungen hingewiesen." Als erster soll am Festtag
der Kirchweihe Erzbischof Ludwig Averkamp allein in die Kirche einziehen
und mit einem Bibelzitat die Kirchentür öffnen: "So spricht der
Herr, ich bin dir Tür, wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden."
Doch bis zur Kirchweihe am 28. Mai muss
die Gemeinde noch viel vorbereiten. Bereits Ende März haben sich Mitglieder
aller Gemeindegremien zu einem Vorbereitungswochenende ins Edith-Stein-Haus
in Parchim zurückgezogen. Dabei haben sie alle Ideen und Aufgaben
zusammengestellt und ein eigenes Vorbereitungsteam ausgewählt. Schließlich
erwarten die Quickborner einen großen Ansturm.
So kommen neben den beiden Chören
der St. Marien-Gemeinde auch die Chöre der spanischen und kroatischen
Gemeinde [in St. Marien integriert; Anm. d. Macher]. Außerdem tritt
der Posaunenchor der evangelischen Kirche auf.
"Wir haben nicht genug Messdienergewänder
für alle", sagt Anne Schommer vom Kirchenvorstand. Sie hofft auf weitere
Gewänder von Nachbargemeinden, denn auch ehemalige Messdiener wollen
bei der Feier dabei sein. Auf dem Kirchvorplatz sollen Bänke und Pavillons
aufgestellt werden, da nicht alle Besucher in der neuen Kirche Platz finden
werden. Für sie wird eine Beschallungsanlage die Feier nach draußen
übertragen.
Währenddessen wird auf dem Kirchvorplatz
noch fleißig gearbeitet. Gerade ist ein Findling aufgestellt worden,
gut zwei Meter hoch und über vier Tonnen schwer. Aus ihm soll Wasser
sprudeln. Symbolisch wird dann in der Pflasterung ein Wasserband vom Findling
zum Altar führen. Dort tritt es auf das Lichtband, das vom Turm der
Kirche kommt. Pfarrer Guttmann: "Licht und Wasser sind unabdingbare Elemente
für das Leben. Die Idee passt sehr gut zu der ganzen Bildersprache
unserer Kirche."
Unter dem neuen Altar ist der frühere
Altar aus der alten Kirche in den Boden eingelassen worden. "Ein Zeichen
für die eucharistische Tradition", betont Pfarrer Wolfgang Guttmann.
Auch einige Fenster und Steine stammen von der alten Kirchen. Und die alte
Glocke steht mittlerweile vor dem Gemeindehaus.
Schon fast zwei Jahre dauert der Bau der
neuen Kirche. Bereits seit drei Jahren kommt deshalb der Kirchenvorstand
jeden Mittwoch zusammen und berät sich. Aber die ganze Gemeinde ist
bei den Plänen und dem Bau dabei, sagt Pfarrer Guttmann. "Es ist gigantisch,
wie eine Riesenbewegung. Jeder nimmt den anderen mit auf dem Weg."

aus: "Neue Kirchenzeitung", Nr. 17, Ostern 2000